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Schlagzeilen bestätigen Journalistenprognosen

Schlagzeilen bestätigen Journalistenprognosen
September 25
22:56 2015

Zufall, selbsterfüllende Prophezeiung oder bemerkenswerte Prognosefähigkeit? – Deutschlands Journalisten haben zu Jahresbeginn mit ihren Voraussagen im Media Delphi des Recherchescout sehr gut gelegen.

Martin Winterkorn wird der deutsche Top-Manager, der in diesem Jahr die meisten Schlagzeilen macht. Sagten die Journalisten, die zu Jahresbeginn im Rahmen des Recherchescout Media Delphi Ihre Erwartungen über die Themen und Personen äußerten, die 2015 im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit stehen würden.
429 Journalisten hatten in fünf Kategorien – Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Medien – Namen und Themen zu Protokoll gegeben, die nach ihrer Meinung die Schlagzeilen in diesem Jahr bestimmen würden. VW-Chef Winterkorn landete in der Erwartungsliste bei den Spitzenmanagern hinter Mark Zuckerberg als höchstplatzierter deutscher Vertreter auf Platz zwei – vor Apple-Chef Tim Cook und Mercedes-Boss Dieter Zetsche. Das war noch vor Winterkorns Machtkampf mit dem Firmenpatriarchen Ferdinand Piech und zu einer Zeit, als die Ablösung von Toyota als größtem Autoproduzenten der Welt durch den von Winterkorn geführten Volkswagen-Konzern kurz bevor stand. Die damit verbundenen Schlagzeilen wurden jedoch bald von anderen in den Hintergrund gerückt: Erst kam der Showdown des Vorstandsvorsitzenden Winterkorn mit dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Piech, nun der unvorhergesehene Abschied.

Vor Martin Winterkorn hatte bereits Jürgen Klopp die Erwartungen der Journalisten bestätigt: 65 Prozent von ihnen sagten dem damaligen Trainer von Borussia Dortmund die größte Medienpräsenz voraus. Der damals im Tabellenkeller der Bundesliga überwinternde Klopp lieferte mit seiner Mannschaft zunächst eine Aufholjagd, die das zuvor abstiegsgefährdete Team noch auf einen Europapokalplatz brachte, bevor er mit seiner Ankündigung des Rücktritts zum Saisonende die Schlagzeilen bestimmte.
Sieht man von Wladimir Putin ab, dessen Medienpräsenz in den vergangenen Monaten geringer war als von den Journalisten prognostiziert, dann haben sich auch im Bereich der Politik – zum Beispiel mit der dominierenden Präsenz von Angela Merkel und Alexis Tsipras – wesentliche Voraussagen erfüllt.

„Wenn die deutschen Journalisten so treffsicher orakeln, spricht das für ihr Themengespür und ihr Gefühl für Geschichten“, sagt Martin Fiedler, Geschäftsführer der Medienkontakt-Plattform Recherchescout, die das Media Delphi veranstaltet. „Es geht bei diesen Beispielen schließlich nicht um herbeigeschriebene Ereignisse und selbsterfüllende Prophezeiungen, sondern um eher unvorhersehbare Entwicklungen.“

Über das Media Delphi

Beim Media Delphi 2015 haben zu Jahresbeginn 429 Journalisten ihre Erwartungen dazu geäußert, welche Themen und Personen die Schlagzeilen des Jahres bestimmen werden. In den fünf Kategorien Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Medien konnten die Teilnehmer der Befragung aus Vorschlagslisten auswählen und eigene Vorschläge unterbreiten. Zum Zeitpunkt der Befragung waren 55 Prozent der Auskunft gebenden Journalisten fest angestellt, 45 arbeiteten frei. 56 Prozent waren vorwiegend für Printmedien tätig, 26 Prozent in Online-, 9 Prozent in TV- und 8 Prozent in Hörfunkredaktionen.

Die Ergebnisse des Media Delphi 2015

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